Gesundheitseinrichtungen in der Provinz Ituri verfügen nicht über die notwendige Schutzausrüstung zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs.
IRC-Notfallvorräte zur Unterstützung dieser Gesundheitseinrichtungen sind besorgniserregend niedrig.
Grenzschließungen und Unsicherheit entlang der Transportrouten verzögern die Lieferung lebenswichtiger Güter an das medizinische Personal vor Ort.
Behörden und Geberregierungen müssen dringend handeln, um humanitären Zugang wiederherzustellen und sicherzustellen, dass lebenswichtige Güter die betroffenen Regionen erreichen.
Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, 9. Juni 2026 — Einschränkungen beim Transport humanitärer Hilfsgüter in die östliche DRK gefährden Gesundheitspersonal und Patient*innen. Die Bestände an lebenswichtiger Schutzausrüstung drohen innerhalb weniger Tage aufgebraucht zu sein. International Rescue Committee (IRC) fordert ungehinderten humanitären Zugang und eine sofortige Aufstockung der Hilfsmittel, damit Gesundheitseinrichtungen vor Ort den Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri eindämmen können, bevor er sich weiter ausbreitet.
Der Ausbruch vollzieht sich inmitten anhaltender Unsicherheit, steigender Kosten und drastischer Kürzungen in der globalen Gesundheitsfinanzierung. Vorübergehende Grenzschließungen unterbrechen wichtige Lieferketten – betroffen sind vor allem Uganda und Ruanda, von wo ein Großteil der Güter bezogen wird. Hinzu kommt Unsicherheit entlang der Transportrouten. Beides verschärft die Versorgungslage erheblich und erschwert die Nachversorgung von Gesundheitseinrichtungen, die bereits vor Ausbruchsbeginn überlastet waren.
„Das Gesundheitspersonal in Ituri tut alles, um eine weitere Ausbreitung dieses Ausbruchs zu verhindern – aber Ebola lässt sich nicht ohne das grundlegendste Werkzeug bewältigen", sagt Alice Ribes, IRC-Leiterin des Ebola-Einsatzteams in Bunia. „Jede Verzögerung erhöht das Risiko für Patient*innen und die Bevölkerung. Wir wissen, was es braucht, um Ebola einzudämmen. Jetzt brauchen wir die Möglichkeit, kritische Versorgungsgüter dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten benötigt werden."
Infektionsprävention und -kontrolle sind zentral für die Eindämmung von Ebola. Ohne ausreichende Schutzausrüstung, Triage-Systeme und Hygieneversorgung können Gesundheitseinrichtungen Patient*innen nicht sicher behandeln und das Personal nicht vor Ansteckung schützen. Mindestens 16 Gesundheitskräfte sollen sich mit Ebola infiziert haben.
Trotz dieser Einschränkungen beschafft IRC dringend benötigte Materialien über alle verfügbaren Kanäle. Dazu zählen begrenzte Warenkorridor-Übergänge sowie Luftfracht aus Kinshasa. Die Luftroute aus Uganda wurde inzwischen für humanitäre Flüge wieder freigegeben.
IRC, das Gesundheitsministerium vor Ort und andere Hilfsorganisationen tun alles Mögliche, um die Hilfsreaktion aufrechtzuerhalten. Doch die Erfahrung zeigt: Ebola ist nur durch ungehinderten humanitären Zugang und ausreichende Finanzierung einzudämmen. Solange beides fehlt, wächst das Risiko einer weiteren Ausbreitung mit jedem Tag.
IRC in der DRK
IRC unterstützt Gesundheitseinrichtungen in der Provinz Ituri bei Infektionsprävention und -kontrolle – darunter Hygiene- und Sanitärprogramme, Triage-Systeme sowie die Bereitstellung von Schutzausrüstung soweit verfügbar. Gemeinsam mit Gesundheitsbehörden und Partner*innen stärken IRC-Teams die Ausbruchsvorsorge und -reaktion sowie die Gesundheitsversorgung in den betroffenen Gemeinden.