• Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle in der östlichen Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist innerhalb von nur 96 Stunden von 246 auf 500 gestiegen – ein Anstieg um 103 Prozent in drei Tagen.

  • Die letzten beiden großen Ebola-Ausbrüche des Zaire-Stamms, für den ein Impfstoff verfügbar ist, infizierten mehr als 32.000 Menschen und forderten über 13.600 Todesopfer.

  • Vor 2025 unterstützten US-Hilfsmittel Gesundheitsversorgung, Überwachungssysteme und Ausbruchsvorsorge von IRC im Osten der DR Kongo.

  • Umfangreiche Hilfskürzungen ab März 2025 zwangen IRC dazu, die Programmarbeit in der Provinz Ituri – dem Epizentrum des aktuellen Ausbruchs – von fünf auf zwei Gesundheitsgebiete zu reduzieren.

Geschwächte Systeme zur Krankheitsüberwachung infolge massiver Hilfskürzungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo tragen zur raschen Ausbreitung des jüngsten Ebola-Ausbruchs bei. Die Zahl der Verdachtsfälle ist innerhalb von nur 96 Stunden von 246 auf 500 gestiegen, warnt International Rescue Committee (IRC).¹ 

Vor 2025 finanzierte die US-Regierung zahlreiche Gesundheits- und Vorsorgeprogramme von IRC im Osten der DR Kongo – darunter die Behandlung übertragbarer und nicht übertragbarer Erkrankungen, Krankheitsüberwachungssysteme sowie den Bau und die Instandhaltung von Infrastruktur für Wasser, Sanitärversorgung sowie Infektionsprävention und -kontrolle. Hierzu zählten unter anderem Abfallentsorgung, Triage-Zonen, Handwaschstationen, Duschen und Latrinen – unverzichtbare Elemente für den sicheren Umgang mit Ausbrüchen infektiöser Krankheiten. Ein Großteil dieser Finanzierung für Nichtregierungsorganisationen endete jedoch im März 2025. Infolgedessen musste IRC die Programmarbeit in der Provinz Ituri, wo der aktuelle Ausbruch seinen Ursprung hat, von fünf auf lediglich zwei Gesundheitsgebiete reduzieren.

Heather Reoch Kerr, IRC-Landesdirektorin für die DR Kongo, erklärt: 

„Die Hilfskürzungen haben die Region in eine äußerst gefährliche Lage gebracht. Der starke Anstieg der gemeldeten Fälle in den vergangenen Tagen macht deutlich: die Überwachungssysteme erfassen nun Übertragungen, die vermutlich bereits seit Längerem stattfinden. Wir befürchten, dass das tatsächliche Ausmaß der Übertragungen deutlich höher sein könnte, als die aktuellen Zahlen vermuten lassen – und rechnen damit, dass die Fallzahlen in den kommenden zwei bis vier Wochen weiter steigen werden. Besonders besorgt sind wir über eine geografische Ausbreitung des Ausbruchs und beobachten Hochrisikoregionen in Süd-Kivu, Uganda und Südsudan sehr genau.

Gezielte Vorsorge in Hochrisikogebieten ist entscheidend, um Infektionsketten zu unterbrechen, bevor sich der Ausbruch weiter ausbreitet. Jahre der Unterfinanzierung und die jüngsten Hilfskürzungen haben jedoch dazu geführt, dass vielen Gesundheitseinrichtungen das Nötigste für eine schnelle und sichere Reaktion fehlt: angemessene Schutzausrüstung, Kapazitäten zur Krankheitsüberwachung und Unterstützung für medizinisches Personal. Maßnahmen, die zuvor durch Gebermittel finanziert wurden – darunter die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) für Gesundheitseinrichtungen –, wurden erheblich reduziert. Heute arbeiten viele Einrichtungen in betroffenen Gebieten ohne grundlegende Schutzmaterialien.“

Während Staats- und Regierungsvertreter*innen diese Woche zur Weltgesundheitsversammlung (WHA) zusammenkommen, fordert IRC Regierungen und Geberinstitutionen auf, Investitionen in die Gesundheitsversorgung in Krisenkontexten deutlich zu erhöhen – insbesondere in primäre Gesundheitsversorgungssysteme, Überwachungsnetzwerke, Infektionsprävention und -kontrolle, Ausbruchsvorsorge sowie gemeindebasierte Früherkennung und Aufklärungsarbeit in fragilen und konfliktbetroffenen Staaten.

IRC in der DR Kongo

Gestützt auf langjährige Erfahrungen in der Bewältigung von Ebola- und anderen Infektionskrankheiten auf dem afrikanischen Kontinent hat IRC in der DR Kongo bereits auf den Ausbruch reagiert und verteilt dringend benötigte Schutzausrüstung. In Uganda koordiniert IRC gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die Maßnahmen in Grenzregionen und unterstützt Aktivitäten zur Infektionsprävention und -kontrolle – darunter das Screening von Menschen an Grenzübergängen.

 

1Der Ausbruch betrifft den Osten der DR Kongo sowie Uganda und wird durch den seltenen Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus verursacht, für den derzeit weder ein zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Behandlung verfügbar ist.