• Das Gesundheitsministerium in DR Kongo bestätigte mit Stand 11. Juli 1.926 Fälle und 702 Todesfälle.

  • Fünf Provinzen sind mittlerweile vom Ausbruch betroffen: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Tshopo und Haut-Uélé.

  • Operative Einschränkungen erschweren weiterhin die Umsetzung der Reaktionsmaßnahmen und erhöhen das Risiko unentdeckter Übertragungsketten.

  • Die Kontaktverfolgung ist auf 78,3 Prozent gestiegen – der von der WHO empfohlene Zielwert von 90–95 Prozent zur Eindämmung eines Ausbruchs wird damit weiterhin verfehlt.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) verschärft sich auf zwei Ebenen, warnt International Rescue Committee (IRC): In bereits betroffenen Gebieten beschleunigt sich die Übertragung, gleichzeitig breitet sich das Virus in neue Regionen aus. Damit steigt das Risiko einer grenzüberschreitenden Ausbreitung nach Südsudan erheblich.

Die Fallzahlen steigen weiterhin kontinuierlich – ein Zeichen, dass der Höhepunkt des Ausbruchs noch nicht erreicht ist. Mittlerweile sind fünf Provinzen der DR Kongo betroffen, darunter Tshopo mit der Stadt Kisangani, mehr als 500 Kilometer westlich des bisherigen Epizentrums Bunia. Zusätzlich stufte das Gesundheitsministerium zehn weitere Provinzen, darunter Kinshasa, als Hochrisikogebiete ein und leitete dort zusätzliche Schutz- und Vorbereitungsmaßnahmen ein.

„Die Gefahr für Südsudan ist besonders alarmierend: Sollte Ebola die Grenze überschreiten, könnte sich das Virus unbemerkt ausbreiten, bevor es entdeckt wird – mit gravierenden Folgen für Reaktion und Menschenleben“, sagt Bob Kitchen, IRC-Vizepräsident für Notfalleinsätze. „Schwache Überwachungssysteme, eine unzureichende Gesundheitsinfrastruktur, anhaltende Konflikte und eine geringe humanitäre Präsenz könnten Entdeckung und Reaktion zusätzlich verzögern.“

Zwei bestätigte Fälle in Wamba, Provinz Haut-Uélé, nahe der Grenze zum Südsudan haben dieses Risiko zusätzlich erhöht: Die WHO schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung nach Südsudan auf 70 Prozent. Auch das Auftreten von Fällen in Kisangani gibt Anlass zur Sorge, da die Stadt am Kongo-Fluss liegt – einem zentralen Transportkorridor zwischen dem Osten der DR Kongo und Kinshasa.

Grenz- und Flughafenschließungen sowie Sicherheitsprobleme innerhalb der DR Kongo erschweren die Umsetzung dieser Maßnahmen weiterhin. Da die Reaktion in den betroffenen Gebieten noch nicht vollständig greift, können sich unentdeckte Übertragungsketten weiter ausbreiten. IRC unterstützt Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen in den Hochrisikogebieten: Dazu zählen die Stärkung von Infektionsprävention und -kontrolle, Überwachung, die Einbindung betroffener Gemeinden sowie die Unterstützung von Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen an vorderster Front.