Der Ausbruch verbreitet sich schneller als die Reaktionsmaßnahmen. Bereits über 900 Verdachtsfälle und mindestens 223 Todesfälle wurden in der DRK und Uganda gemeldet – darunter in wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie Goma und Kampala.
Anhaltende Konflikte verschärfen die Krise und erhöhen das Risiko einer regionalen Ausbreitung.
Hilfskürzungen haben das Gesundheitssystem im Osten der DRK geschwächt – es ist heute weniger vorbereitet als während des Ausbruchs 2018–2020, der mehr als 2.000 Menschenleben forderte.
IRC fordert dringende internationale Finanzierung und Koordination zur Eindämmung des Ausbruchs.
Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, 26. Mai 2026 — International Rescue Committee (IRC) warnt, dass der sich rasch ausbreitende Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ohne sofortiges internationales Handeln zum tödlichsten Ausbruch aller Zeiten werden könnte.
Ein neuer IRC-Emergency Watchlist Flash Alert benennt drei Warnsignale:
- Der Ausbruch breitet sich schneller aus als die Reaktionsmaßnahmen
- Anhaltende Konflikte und Vertreibung beschleunigen das Risiko einer regionalen Ausbreitung
- Drastische globale Hilfskürzungen haben die Gesundheitssysteme und die Ausbruchsvorsorge im Osten der DRK geschwächt
„Die Warnsignale stehen auf Rot", sagt Bob Kitchen, Vizepräsident für Notfalleinsätze bei IRC. „Der Osten der DRK bewältigt diesen Ausbruch in einem fragilen Zustand – mit weniger Ressourcen als während des Ausbruchs 2018–2020, der über 2.000 Menschen das Leben kostete. Zunehmende Gewalt und Hilfskürzungen haben die Schutzmaßnahmen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt demontiert. Die Lehre aus jedem früheren Ausbruch ist eindeutig: Verzögerungen kosten Leben. Die Risiken wachsen, die Ressourcen schwinden – das ist die brutale Rechnung, mit der die globale Hilfe heute konfrontiert ist. "
Der Ausbruch hat sich bereits über die Provinz Ituri, das Epizentrum der Krise, hinaus auf Nord-Kivu, Süd-Kivu und das benachbarte Uganda ausgeweitet. Fälle wurden in wichtigen Bevölkerungszentren gemeldet, darunter in den Provinzhauptstädten Bunia (Ituri) und Goma (Nord-Kivu) sowie in Kampala. Verursacht wird der Ausbruch durch den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, gegen den es derzeit weder zugelassene Impfstoffe noch gezielte Behandlungen gibt.
IRC fordert fünf dringende Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs:
- Ernennung eines UN-Koordinators durch OCHA und WHO zur Unterstützung der von der Africa CDC geleiteten regionalen Reaktion. Diese komplexe, länderübergreifende Reaktion erfordert eine erfahrene Führungsperson, eingebettet in die bestehenden UN-Strukturen.
- Beseitigung aller Hindernisse für eine wirksame Hilfsreaktion: Einfuhrbeschränkungen für Schutzausrüstung müssen sofort aufgehoben, die Akkreditierung von spezialisierten NGOs beschleunigt und humanitärer Zugang sowie Lieferung kritischer medizinischer Ausrüstung sichergestellt werden. Dabei wird das Vertrauen und Engagement der betroffenen Gemeinden entscheidend zur Eindämmung des Ausbruchs sein.
- Sofortige Aufstockung der Hilfsmittel für Gesundheitsversorgung, Überwachung und Behandlungszentren.
- Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt der Reaktion stellen – sie machen derzeit zwei Drittel der Verdachtsfälle aus.
- Langfristige Investitionen in das Gesundheitssystem der DRK, um künftige Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Dieser Ausbruch kann noch eingedämmt werden – aber nur, wenn Regierungen, Geberinstitutionen, UN-Organisationen und humanitäre Hilfsorganisationen dringend gemeinsam mit der Africa CDC handeln, um Ersthelfer*innen und betroffene Gemeinden zu unterstützen.
IRC-Reaktion
IRC hat eine Nothilfe-Reaktion in der DRK gestartet, einschließlich der Verteilung von Schutzausrüstung. In Uganda arbeitet IRC gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und mit Unterstützung der EU an Grenzübergängen, um Infektionsschutzmaßnahmen und Screenings zu stärken.