Seit dem Sturz der von Assad geführten Regierung im Dezember 2024 sind mehr als 3,5 Millionen Syrer*innen in ihre Heimat zurückgekehrt – eine der größten derzeit stattfindenden Rückkehrbewegungen weltweit. Doch für viele war die Rückkehr keine freie Entscheidung, sondern Folge sich verschlechternder Bedingungen der Vertreibung, eines schwindenden Rechtsstatus in den Aufnahmeländern und des aktiven Konflikts in Libanon seit Anfang 2026 – das zeigt eine neue IRC-Analyse.
Neun von zehn Rückkehrenden fehlt bei der Ankunft der Zugang zu grundlegender Versorgung, 71 Prozent leben in beschädigten Unterkünften mit kaum Unterstützung für Reparatur oder Wiederaufbau und 44 Prozent empfanden die Bedingungen bei der Ankunft in Syrien als schlechter als erwartet. Die humanitären Systeme vor Ort können mit dem Bedarf kaum Schritt halten. Gleichzeitig fördern Versorgungslücken soziale Spannungen zwischen Rückkehrenden und aufnehmenden Gemeinden.
IRC fordert die syrische Regierung, internationale Geberstaaten, Aufnahmestaaten sowie Akteur*innen im humanitären und Entwicklungsbereich auf, fünf dringende Maßnahmen zu ergreifen:
- Investitionen in eine flächendeckende Versorgung
- Parallele Finanzierung humanitärer, entwicklungspolitischer und friedensfördernder Programmarbeit (HDP Nexus)
- Aufrechterhaltung dauerhafter Lösungen, einschließlich Resettlement, für Menschen, die noch nicht sicher zurückkehren können.
- Bereitstellung flexibler, mehrjähriger Finanzierung für lokale zivilgesellschaftliche und von Frauen geführte Organisationen
- Einrichtung eigener Finanzierungslinien für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung, sozialen Zusammenhalt und Friedensförderung
Der neue IRC-Bericht basiert auf Umfragedaten, Gruppendiskussionen und Expert*inneninterviews in sieben Provinzen.