Die Sahelzone gehört zu den Regionen der Welt, die am schwersten von Krisen, Konflikten und Klimaschocks betroffen sind. Extreme Dürren, Ernteausfälle und gewaltsame Konflikte bedrohen die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Frauen, Mädchen und Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet: Geschlechtsspezifische Gewalt und Unterernährung nehmen in vielen Gemeinden zu, vor allem unter Binnenvertriebenen. 14,9 Millionen Menschen in Burkina Faso, Mali und Niger sind 2025 auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts steht International Rescue Committee (IRC) Familien in allen drei Ländern zur Seite – durch ein multisektorales, interregionales Projekt. 

Was passiert in der Sahelzone? 

Jahrzehnte kolonialer Geschichte, gewaltsamer Konflikte und Klimaschocks haben einen Teufelskreis aus Krisen entstehen lassen, in dem eine die nächste antreibt. Die Folgen sind Vertreibung und eine sich verschärfende Ernährungskrise, die Armut vor allem in ländlichen Gebieten weiter vertieft. Gleichzeitig werden internationale Hilfsgelder massiv gekürzt, gerade dann, wenn sie am dringendsten gebraucht werden.  

Diese Krise ist weder zufällig noch unvermeidlich. Politische Entscheidungen und historische Entwicklungen haben Burkina Faso, Mali und Niger über Jahrzehnte wirtschaftlich geschwächt und politisch an den Rand gedrängt. Diese Marginalisierung macht ländliche Regionen heute weniger widerstandsfähig gegenüber der Klimakrise und stärker von Instabilität bedroht als andere Teile des zentralen Sahels.  

Klimaschocks und Vertreibung hängen unmittelbar zusammen 

78 Prozent der Bevölkerung im Sahel lebt von Landwirtschaft und Viehhaltung – und die Temperaturen steigen dort anderthalbmal schneller als im globalen Durchschnitt. Dadurch wird der Zugang zu Nahrung und Einkommen eingeschränkt, der Wettbewerb um knappe Ressourcen verschärft und Instabilität und Konflikte verstärkt. Die landwirtschaftliche Produktion bricht zusammen und der Zugang zu grundlegenden Diensten wie Gesundheitsversorgung und Ernährungsprogramme wird unterbrochen. Viele Familien werden so zur Flucht gezwungen. 

IRC im Sahel: ein integrierter Ansatz 

IRC ist seit über einem Jahrzehnt im Sahel tätig: seit 2012 in Mali, seit 2013 in Niger und seit 2019 in Burkina Faso. 2024 startete IRC, finanziert durch das Auswärtige Amt, ein multisektorales Projekt in allen drei Ländern. Bis 2025 erreichte das Projekt über 71.000 Menschenvorwiegend Frauen, Mädchen und Kinder unter fünf Jahren aus besonders gefährdeten, binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden die von Konflikten und Klimaschocks betroffen sind. Das Projekt verfolgt zwei Kernziele: Menschen sollen ihre grundlegenden Bedarfe decken können, ohne zu schädlichen Mitteln greifen zu müssen. Und Frauen, Mädchen und Kinder sollen sicher sein und angemessene Unterstützung erhalten, wenn sie Gewalt erfahren. 

Was das Projekt konkret leistet 

Nahrung und Lebensgrundlagen: Angesichts akuter Ernährungsunsicherheit erhalten Familien Nahrungsmittelnothilfe in Form von Bargeld oder Sachleistungen, darunter klimaangepasstes Saatgut und Vieh. So können Familien wieder selbst Nahrung anbauen, Einkommen erwirtschaften und sich besser gegen künftige Klimakrisen wappnen.  

Kinder mit medizinischer Versorgung unterstützen: Unterernährte Kinder werden über lokale Screening-Programme erfasst und erhalten lebenswichtige Behandlung in mobilen und stationären Kliniken. Eltern und Betreuungspersonen werden geschult, wie sie ihre Kinder mit vorhandenen Mitteln bestmöglich ernähren können, um ihre Gesundheit langfristig zu verbessern. 

Prävention und Bewältigung geschlechtsspezifischer Gewalt: Überlebende erhalten psychosoziale und materielle Unterstützung sowie Zugang zu medizinischer, rechtlicher und finanzieller Beratung. Männer und Jungen werden über gemeindebasierte Ansätze aktiv eingebunden, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorzubeugen – denn nachhaltige Veränderung braucht alle.  

Das Projekt verbindet Nahrung, Ernährungssicherheit und Schutz, um den vielfältigen Bedarfen gefährdeter Haushalte gerecht zu werden. So leistet es sofortige, lebenswichtige Hilfe und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die langfristige Stabilität der Gemeinden. 

Burkina Faso: Gewalt, Flucht und schrumpfende Hilfe 

Von Juni 2024 bis Juni 2025 wurde mehr als die Hälfte aller Todesopfer in der gesamten Region durch bewaffnete Gruppen in Burkina Faso getötet. Seit acht Jahren terrorisieren diese Gruppen die Zivilbevölkerung mit Entführungen, Zwangsrekrutierungen und Angriffen. Mehr als eine Million Menschen sind dadurch von Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung abgeschnitten. Unsicherheit, Bewegungseinschränkungen und Hilfskürzungen schränken die Möglichkeiten von Hilfsorganisationen erheblich ein, diese Gemeinden zu erreichen. 

Klimaschocks im Zuge des Wetterphänomens El Niño verschärfen die Lage zusätzlich. Überschwemmungen und Dürren in den vergangenen Jahren haben mehr als zwei Millionen Menschen vertrieben. Viele Familien haben ihre Nahrungsvorräte und ihr Ackerland verloren; besonders hart trifft es Hirten, deren Tiere kaum überleben. 

Von 23,5 Millionen Einwohnern sind 4,47 Millionen auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Mehr als 1,29 Millionen Binnenvertriebene und über 900.000 Rückkehrer brauchen gezielte Unterstützung.  

IRC in Burkina Faso 

IRC ist seit 2019 in Burkina Faso tätig. IRC arbeitet in den Bereichen Wasser und Sanitärversorgung, Gesundheit, Ernährung, wirtschaftliche Erholung, Schutz, Stärkung von Frauen und Governance. 

Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation IPBF (Initiative Pananetugri pour le Bien-être de la Femme) setzt IRC das Sahelprojekt in der Region Goulmou in den Gemeinden Tibga, Diapangou und Diabo um. Im Fokus stehen die Ernährung von Kindern unter fünf Jahren, der Schutz und die Unterstützung von Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, sowie die langfristige Stärkung der Ernährungssicherheit und Widerstandsfähigkeit ganzer Gemeinden.  

„Wenn die Kinder satt sind, was wollen wir mehr?" – Bila, 47, Burkina Faso

Bila Natama, 47, vor einem Wasserturm in Tibga, Burkina Faso

Bila ist 47 Jahre alt, Mutter von sieben Kindern und seit Projektbeginn dabei. Als die Gewalt in ihrer Heimatstadt eskalierte, musste sie alles zurücklassen. „Wir sind von einer Minute auf die andere weg", sagt sie. „Wir konnten nichts mitnehmen." Nach wochenlanger Flucht durch den Busch mit ihren kleinen Kindern erreichte Bilas Familie Tibga. Doch dort stand sie vor der Aufgabe, ihr Leben von Grund auf neu aufzubauen.  

„Das Erste, wonach die Kinder gefragt haben, war Essen. Wir waren kaum wiederzuerkennen, so viel Gewicht hatten wir auf der Flucht verloren", erinnert sie sich.  

IRC unterstützte die Familie mit Nahrung und dem Nötigsten. Arbeitsmöglichkeiten für Vertriebene waren in Tibga kaum vorhanden. Bila erkannte schnell, dass sie auf ihre Erfahrung mit Landwirtschaft und Viehzucht setzen mussten, doch das Klima ließ gute Ernten kaum noch zu. Daher erhielten Bila und ihre Familie klimaresistentes Saatgut und Schulungen in Anbaumethoden, die auch unter schwierigen Bedingungen Erträge ermöglichen. 

„Unsere Lebensbedingungen haben sich deutlich verbessert. Wir haben Bohnen zum Essen, Öl zum Beträufeln und Salz dazu. Wenn die Kinder satt sind, was wollen wir mehr?"  

Heute gibt Bila ihr Wissen gerne weiter – und bringt regelmäßig ihren Nachbar*innen die Techniken bei, die sie im IRC-Training gelernt hat. Nach ihrem größten Wunsch gefragt, sagt Bila: „Wir bitten Gott, dass Frieden einkehrt, damit wir nach Hause zurückkehren, in Frieden und Sicherheit leben und unseren Kindern eine gute Zukunft geben können.“ 

Bila beim Wasserholen für ihren Garten.

Bila beim Wasserholen für ihren Garten. Aïda Niang Maiga/IRC

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Bila mit ihrem Mann und ihren Kindern bei der Arbeit im Garten, wo sie Salat, Bohnen und afrikanische Auberginen anbauen.

Bila mit ihrem Mann und ihren Kindern bei der Arbeit im Garten, wo sie Salat, Bohnen und afrikanische Auberginen anbauen. Aïda Niang Maiga/IRC

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Bila mit ihrem Mann und fünf ihrer Kinder.

Bila mit ihrem Mann und fünf ihrer Kinder. Aïda Niang Maiga/IRC

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Mali: Machtvakuum, Ernährungsunsicherheit und schrumpfende Hilfe 

Seit fünf Jahren erschüttern politische und diplomatische Turbulenzen Mali: Zwei Militärputsche, der Abzug französischer Streitkräfte und der Einmarsch russischer Paramilitärs haben Mali in ein tiefes Machtvakuum gestürzt. Islamistische Gruppen mit Verbindungen zu al-Qaida und dem Islamischen Staat haben dieses Machtvakuum genutzt und gewinnen zunehmend an Einfluss. Gleichzeitig ringen die Tuareg weiterhin für mehr Autonomie. 

Im Verlauf des Jahres 2025 rückte die al-Qaida-nahe Gruppe Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) in Zentral- und Südmali vor und schränkte die Versorgung der Hauptstadt Bamako mit Treibstoff und Waren ein. Sich verschiebende Frontlinien und Angriffe auf wichtige Fernstraßen haben die Bevölkerung von grundlegenden Diensten wie medizinischer Versorgung und Bildung abgeschnitten. Viele Menschen wurden zur Flucht gezwungen. Gleichzeitig wird die Nothilfe durch zwei gravierende Probleme erschwert: Die Hilfsmittel werden drastisch gekürzt, während der humanitäre Bedarf steigt. Zugleich ist die Bewegungsfreiheit der Helfenden so stark eingeschränkt, dass sie lebensnotwendige Hilfe kaum noch leisten können. 

Von 24,5 Millionen Einwohner*innen sind 5,1 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen und 400.000 sind Binnenvertriebene. Schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder sind akuter Unterernährung ausgesetzt.  

IRC in Mali 

Seit 2012 ist IRC in Mali tätig. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Kindern, Frauen und Binnenvertriebenen. Die Programme verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Gesundheitsversorgung und Ernährung, wirtschaftliche Unterstützung, Schutz vor Gewalt und Vertreibung, Bildung, Ernährungssicherheit und gerechten Zugang zu grundlegenden Versorgungsangeboten vereint. 

Seit August 2024 setzt IRC in Mali gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Yam Giribolo Tumo (Ya-G-Tu) das interregionale Sahelprojekt in Tenenkou, Daka und Diafarabé um. Im Mittelpunkt stehen Ernährungssicherheit, Nahrung und Schutz. Das Projekt unterstützt Haushalte, die von Klimaschocks, Konflikten und Vertreibung betroffen sind, ihre Grundbedarfe zu decken, Unterernährung vorzubeugen und zu behandeln sowie den Schutz von Frauen und Kindern zu gewährleisten. 

„Wenn ich das Haus verlasse, wissen sie, dass ich nicht mit leeren Händen zurückkomme." – Hamar, 42, Mali

Hamar Ag Halada Traoré, 50, steht lächelnd mit seinem Kind da, Tenenkou, Mali.

Hamar Ag Halada Traoré ist 42 Jahre alt, Vater von neun Kindern und wurde aus der Region Timbuktu vertrieben. Mit seiner Familie hat er sich in Tenenkou niedergelassen. Seine Worte zur aktuellen Lage sind eindeutig: „Die Menschen in unserer Gemeinde sind erschöpft. In Tenenkou hat die Krise niemanden verschont. Manche von uns sind arm und krank und können weder für sich noch für ihre Familien sorgen. Diese Krise stellt uns alle auf eine harte Probe."  

Obwohl die Vertreibung sein Leben grundlegend erschüttert hat, ist Hamar fest entschlossen, für seine Kinder da zu sein und ihre Zukunft zu sichern. Als seine Familie in Tenenkou ankam, sparten sie Mahlzeiten ein, um über die Runden zu kommen. Lebenwichtige Bargeldhilfe ermöglichte es Hamar erstmals seit Monaten wieder, seine Familie zu versorgen.  

„Viele von uns, die Hilfe erhalten haben, sind sofort auf den Markt gegangen, um Lebensmittel zu kaufen, weil wir weder Geld noch Vorräte hatten. Diese Unterstützung bedeutet mir persönlich sehr viel. Ich kann jetzt zumindest einen Teil der Bedarfe meiner Familie decken. Wenn ich das Haus verlasse, wissen sie, dass ich nicht mit leeren Händen zurückkomme." 

Neben der Bargelhilfe nimmt Hamar stolz an IRC-Aktivitäten für Männer und Jungen teil, die sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen einsetzen. Dort lernen Männer, Anzeichen geschlechtsspezifischer Gewalt zu erkennen, betroffene Familien zu unterstützen, Bewusstsein zu schaffen und Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Hamar sitz unter einem Baum vor seinem Haus.

Hamar in einem ruhigen Moment vor seinem Haus. Ismail Abdourhamane/IRC

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Hamar mit seinem Bruder, seiner Frau und seinen Kindern zu Hause.

Hamar mit seinem Bruder, seiner Frau und seinen Kindern zu Hause. Ismail Abdourhamane/IRC

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Hamar sitzt mit weiteren Männern und Jugendlichen im Kreis bei einer Gruppenveranstaltung gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Hamar bei einer Gruppenveranstaltung für Männer und Jugendliche, die sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt einsetzen. Ismail Abdourhamane/IRC

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Niger: Staatsreich, Einschränkungen und humanitäre Not 

Die Nachwirkungen des Staatsstreichs von 2023 prägen Niger bis heute – er hat die humanitäre Krise verschärft und weitere Instabilität ausgelöst.  

Familien fliehen vor Gewalt, Naturkatastrophen und den Folgen der Klimakrise. Vor Ort sind die Kapazitäten begrenzt, um auf den steigenden Bedarf zu reagieren. Der Großteil der humanitären Versorgung kommt von internationalen Organisationen. 

Gleichzeitig hat die nigrische Regierung Einschränkungen für NGOs und UN-Einrichtungen erlassen: Humanitäre Akteur*innen müssen von Militär begleitet werden, was die Versorgung gefährdeter Menschen mit lebenswichtiger Hilfe erheblich erschwert. 

Von Nigers 27,9 Millionen Einwohner*innen sind 3,1 Millionen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. 

IRC in Niger 

Seit 2013 ist IRC in Niger tätig. IRC ist eine der größten humanitären Organisationen im Land und erreicht jährlich über 455.000 Menschen mit Bargeldhilfe, Gesundheitsversorgung, Ernährungsprogrammen, Bildung und Schutzprogrammen.  

Das interregionale Sahelprojekt startete im Département Abala, einer Region, die seit über einem Jahrzehnt von Unsicherheit geprägt ist. IRC begleitet unterernährte Kinder umfassend und schult Betreuungspersonen intensiv. Ergänzend dazu wird die frühkindliche Entwicklung durch Spielprogramme gefördert. 

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und acht lokalen Gesundheitszentren (Centres de Santé Intégré, CSI) im Dreiländereck stärkt IRC Prävention, Erkennung und Behandlung von Unterernährung. Diese Partnerschaft verbessert nicht nur die Versorgungsqualität, sondern ermöglicht IRC auch den Zugang zu Menschen in besonders schwer erreichbaren Gebieten – und das ohne Militärbegleitung.  

„Er konnte weder spielen noch stehen. Heute spielt er allein." – Balki, 60, Niger

Balki mit ihrem acht Monate alten Enkel Mouhoussoum

Balki Abdoulahi hat ihr Leben der Fürsorge für andere gewidmet. Die 60-Jährige hat elf Kinder zur Welt gebracht – von denen heute noch acht leben – und ist die wichtigste Bezugsperson für sechs ihrer 17 Enkelkinder. Als ihr jüngster Enkel Mouhoussoum einen Monat nach seiner Geburt seine Mutter verlor, stand für Balki fest: Sie würde ihn wie ihr eigenes Kind aufziehen. 

Als Säuglingsnahrung nicht verfügbar war, versuchte Balki, Dosenmilch zu beschaffen, doch diese reichte nicht aus. Bald bemerkte sie besorgniserregende Anzeichen: „Er hatte Durchfall und erbrach sich und man sah deutlich, dass er abgenommen hatte. Da habe ich ihn zum Screening gebracht." IRC-Mitarbeitende stellten Unterernährung fest – Balki war tief erschrocken und brachte Mouhoussoum sofort in ein IRC-Kinderzentrum in der Nähe, wo das Team ihn sofort in Behandlung nahm. 

Nach wenigen Tagen intensiver Behandlung stabilisierte sich sein Zustand. „Früher konnte er weder spielen noch aufrecht stehen. Heute habe ich gesehen, wie er allein mit einem Spielzeugauto gespielt hat."  

IRC-Mitarbeitende zeigten Balki, wie sie Mouhoussoum mit verfügbaren Zutaten richtig ernähren und versorgen kann. „Sie haben mir gezeigt, wie ich mit lokal verfügbaren Zutaten wie Hirse, Mais, Sorghum, Reis, Erdnüssen und Bohnen angereicherten Brei zubereite", erinnert sie sich. Dieses Wissen gibt ihr heute die Sicherheit, gut für ihn zu sorgen. 

Mouhoussoum konnte als gesundes, fröhliches Baby nach Hause entlassen werden. 

Eine IRC-Mitarbeitende misst Mouhoussoums Gewicht mit einem MUAC-Band.

Balki lernt von IRC-Mitarbeitenden, wie sie Mouhoussoums Gewicht mit einem MUAC-Band überwachen kann. Ibrahim Kassassi/IRC

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Ein IRC-Mitarbeiter spielt mit Mouhoussoum im Kinderzentrum.

IRC-Mitarbeitende spielen mit Mouhoussoum im Kinderzentrum. Ibrahim Kassassi/IRC

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Mouhoussoum sitzt beim Spielen im IRC-Kinderzentrum.

Mouhoussoum hat gerade gelernt zu sitzen und genießt das Spielen im IRC-Kinderzentrum. Ibrahim Kassassi/IRC

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Was hinter diese Geschichten steckt  

Bila, Hamar und Balki stehen für Millionen Menschen, die im Sahel täglich Hunger, Vertreibung und Gewalt ausgesetzt sind. Ihre Geschichten machen deutlich, wie Klimaschocks und Gewalt einander verstärken – und wie vor allem Frauen und Kinder betroffen sind. 

Trotz massiver Einschränkungen – fehlende Bewegungsfreiheit, sinkende Hilfsmittel sowie schwer erreichbare Regionen – sind IRC-Teams entschlossen, in der Sahelzone präsent zu bleiben. Durch den ganzheitlichen Ansatz des interregionalen Projekts und gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen leisten sie sofortige Nothilfe durch Bargeldassistenz, Nahrungsmittel- und Grundbedarfsverteilung sowie die Behandlung akuter Unterernährung – und helfen Familien gleichzeitig, dauerhaft Stabilität zurückzugewinnen, etwa durch klimaresistente Anbaumethoden und Aufklärung zur Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt. Diese Arbeit wird durch das Auswärtige Amt gefördert. 

Auswärtiges Amt

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt (GFFO) finanziert.