Viele Familien, die von Armut betroffen oder bedroht sind, stehen vor Herausforderungen wie sprachlichen Barrieren, fehlenden Informationen über ihre Ansprüche oder mangelndem Vertrauen in staatliche Institutionen. Das Projekt „Aufwind – Selbstbestimmt und selbstverständlich“ setzt genau hier an.  

Mit dem Projekt unterstützt IRC Deutschland Familien, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen oder bedroht sind und reagiert auf den erhöhten Unterstützungsbedarf von Familien, die sich im komplexen System sozialer Leistungen und behördlicher Zuständigkeiten schwer zurechtzufinden. Ziel ist es, ihre Lebenssituation zu verbessern und ihre gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Teilhabe zu stärken. Das Projekt kombiniert direkte Unterstützung für Familien mit strukturellen Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Behörden und lokalen Angeboten.  

Projektdetails und Partnerorganisationen

Laufzeit: Januar 2026 bis Dezember 2028 

Ansatz

Niedrigschwellige, mehrsprachige Angebote und Kooperationen mit lokalen Einrichtungen, insbesondere Familienzentren, erleichtern Familien den Zugang zu Informationen, kompetenter Beratung und Unterstützungsleistungen. Eine regelmäßig in den Familienzentren stattfindende Behördensprechstunde stärkt das Vertrauen in die Verwaltung und baut Barrieren ab. Gleichzeitig sensibilisieren Workshops für Mitarbeitende verschiedener Behörden diese für die Lebensrealität von Familien in Armut. Regelmäßige Austauschformate zwischen verschiedenen Akteur*innen aus den Bereichen Sozialberatung, Jugendhilfe und Arbeitsmarktintegration verbessern darüber hinaus die Zusammenarbeit zwischen den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII. Zudem werden im Rahmen des Projekts mehrsprachige Videos produziert, die Familien über ihre Ansprüche auf zusätzliche Leistungen aufklären und das Antragsverfahren erklären.

Ziele
  1. Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe von Familien und Kindern.
  2. Stärkung der Kompetenzen und Selbstwirksamkeit von Eltern im Umgang mit Behörden.
  3. Bessere Zusammenarbeit zwischen Institutionen zur effektiveren Unterstützung von Familien.
  4. Abbau von Zugangsbarrieren zu sozialen Leistungen. 

Während der Projektlaufzeit sollen rund 405 Teilnehmende erreicht werden, darunter viele Familien mit Migrationserfahrung und Alleinerziehende. 

Zielgruppe

Das ESF Plus-Programm „Akti(F) Plus – Aktiv für Familien und ihre Kinder“ soll den erhöhten individuellen Unter-stützungsbedarfen von Familien und ihren Kindern, die von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht sind, Rechnungtragen.

Hierzu gehören insbesondere:

  • Familien/ Eltern mit Kindern, die Leistungen nach dem SGB II oder nach dem SGB XII (ergänzende oder auf-stockende Leistungen) beziehen oder hierauf einen Anspruch haben.
  • Familien/ Eltern mit Kindern, die Kinderzuschlag beziehen oder hierauf einen Anspruch haben. Besondere Zielgruppen, wie beispielsweise Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen (gegebenenfalls auch voll oderteilweise erwerbsgemindert).
  • Maßnahmen richten sich sowohl an Eltern als auch an deren Kinder sowie, bei Bedarf, an andere erwachsene Haushaltsmitglieder, soweit ihre Rolle in Bezug auf die oben genannten Ziele relevant ist. Dazu gehören ebenfalls Lebenspartnerinnen und Lebenspartner. Kinder werden im Rahmen der Familie mit ihren Eltern adressiert und sind nicht direkte Zielgruppe.
Partnerorganisationen

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Region Hannover und der Landeshauptstadt Hannover umgesetzt.  

Das Projekt Aufwind arbeitet zudem eng mit dem Projekt ZielPunkt des DRK Hannover zusammen, das die gleiche Zielsetzung verfolgt. Die Projekte gestalten gemeinsam den Fachaustausch zur verbesserten rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit in Hannover. 

Projektstandorte

Hannover

Logo des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der Europäischen Union, sowie des Programms "Akit(F) Plus"
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das Projekt „Aufwind“ wird im Rahmen des Programms „Akti(F) Plus“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.