Das Projekt „Familien gestalten Zukunft“ zielt darauf ab, wirtschaftliche und soziale Bedürfnisse zu stärken, Integration und soziale Inklusion von Menschen mit Fluchterfahrung zu fördern. Durch die Förderung von Familien mit Drittstaatsangehörigkeit soll ihre gleichberechtigte Teilhabe in Deutschland erreicht werden.
Zur Unterstützung bei Integration und Teilhabe sieht das Projekt regelmäßige Gesprächsgruppen für Eltern der Zielgruppe vor. In diesen werden zentrale Themen wie das Ankommen und die Integration in Deutschland, Fragen der Kindererziehung sowie der Umgang mit Belastungen besprochen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden Informationen zu weiteren Unterstützungsangeboten. Ziel dieser Gesprächsgruppen ist es, Eltern in ihrer Rolle zu stärken, sodass sie sich sicher fühlen, ein förderndes und schützendes Umfeld für ihre Kinder schaffen und deren Bildungswege aktiv begleiten können.
Ergänzend zu den Gesprächsgruppen werden in Familienzentren Maßnahmen umgesetzt, die Begegnungen zwischen Familien der Zielgruppe und Familien aus der Aufnahmegesellschaft fördern und Zugangshürden zu unterstützenden Angeboten für geflüchtete Familien abbauen.
Das Projekt verbessert zudem die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten. Zusätzlich werden Fachkräfte aus der Familienarbeit für die Lebensrealität und die spezifischen Bedarfe von Familien mit Flucht- und Migrationserfahrung sensibilisiert. Hier sind standortübergreifend Vernetzungs- und Austauschformate vorgesehen, die zwischen allen Akteur*innen der Familienarbeit stattfinden.
Somit verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz, der die direkte Arbeit mit Elterngruppen sowie die Perspektiven aller Akteur*innen der Familienarbeit einbezieht.
November 2025 – Oktober 2028
Viele Eltern aus der Zielgruppe sehen sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Fehlende unterstützende Strukturen, Sprachbarrieren und Vorurteile erschweren ihnen den Zugang zu bestehenden Angeboten. Hinzu kommt ein hoher psychischer Stress, der durch unsichere Aufenthaltsbedingungen, wirtschaftliche Not und den Verlust des sozialen Netzwerks verursacht wird. Später treten weitere Schwierigkeiten auf: die Begleitung von Kindern im Bildungssystem, die Angst vor dem Verlust der eigenen Herkunftskultur und der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.
Die Grundlage für den Projektansatz bilden die Erfahrungen aus dem IRC-Projekt „Families make the Difference“. Der Fokus lag hier auf erstsprachlichen Elterntreffen zur Stabilisierung, zur Förderung von Gemeinschaft und zum Empowerment von Eltern und Bezugspersonen mit Fluchterfahrung. Ziel des Programms war es, unter Anleitung von ausgebildeten Gruppenleitungen einen Raum für Austausch, Diskussion und gegenseitige Unterstützung zu schaffen und so verschiedenen Herausforderungen entgegenzuwirken. Das Projekt Familien gastalten Zukunft nutzt den erprobten Ansatz des Projekts „Families Make the Difference“ und ergänzt ihn durch neue Formate wie Austauschveranstaltungen, Fachkonferenzen sowie die Produktion von Videomaterial und Informationsbroschüren in Zusammenarbeit mit weiteren Akteur*innen im Bereich der Familienzusammenarbeit.
Somit sind über die nächsten drei Jahre vier komplexe Maßnahmen geplant.
1. Erstsprachlichen Elterntreffen
2. Enge Zusammenarbeit mit Familienzentren an jedem Standort
3. Organisation von Austauschformaten mit verschiedenen Methoden für Eltern mit Fluchterfahrung und pädagogische Fachkräften.
4. Fachaustausch für verschiedene Akteur:innen der Familienzusammenarbeit.
Darüber hinaus werden Materialien entwickelt, um Wissen und Anwendungsvorschläge für ein diversitätssensibles Arbeiten zu verbreiten.
Das Projekt Familien gestalten Zukunft stärkt an sechs deutschen Standorten in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt nachhaltig die Integration, soziale Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe von Familien mit Fluchterfahrung.
Dabei verfolgt das Projekt folgende Ziele:
1. Kompetenzförderung, Informationsvermittlung und Empowerment von Eltern mit Fluchterfahrung,
2. Stärkere Anbindung von Familien an Angebote der Familienzentren (FZ) sowie mehr Austausch zwischen Eltern der Zielgruppe und Eltern der Aufnahmegesellschaft.
3. Verbesserung der Kommunikation, Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses zwischen Eltern der Zielgruppe und pädagogischen Fachkräften.
4. Wissenszuwachs, verbesserte Handlungsfähigkeit und höhere Sensibilität hinsichtlich der Bedarfe der Familien mit Fluchterfahrung bei Fachkräften und Akteur*innen aus dem Bereich Familienarbeit.
Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt
- Familienzentren
- Schulen
- KiTas
- Akteur*innen der Familienzusammenarbeit

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