Das Forschungsprojekt Technological Transformations in Migration and Asylum Governance (TechMig) untersucht, wie digitale und technologische Transformationsprozesse die Migrations- und Asylpolitik in Deutschland und der Europäischen Union verändern. Neben potenziellen Effizienzgewinnen analysiert TechMig insbesondere Risiken, die durch automatisierte Entscheidungsprozesse und die starke Rolle privater Technologieanbieter entstehen können, wie Diskriminierung, Ausschluss, mangelnde Transparenz und Machtasymmetrien. Zugleich werden die Perspektiven von Frontline-Mitarbeitenden und Migrant*innen untersucht, die bislang häufig unzureichend berücksichtigt werden.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie technologische Veränderungen inklusiver gestaltet werden können. Die vergleichsweise spät einsetzende Digitalisierung in Deutschland eröffnet dabei die Chance, aus europäischen Erfahrungen zu lernen und partizipative technologische Transformationsprozesse zu entwickeln.
Projektdetails und Partnerorganisationen
Laufzeit: Januar 2026 – Februar 2030
Das Projekt TechMig analysiert aktuelle und zukünftige Technologien in der Migrations- und Asylpolitik mit Fokus auf Inklusivität, Partizipation und Gerechtigkeit. Außerdem werden die Perspektiven zentraler Akteur*innen untersucht, um fördernde und hemmende Faktoren inklusiver technologischer Veränderungen zu identifizieren. Im Fokus steht die Digitalisierung von Migrationswegen, Aufnahme und Verteilung. Ein zentrales Element ist die Entwicklung digitaler Lösungen, um Risiken zu minimieren, positive Effekte zu maximieren und die Zugänglichkeit sowie Qualität von Dienstleistungen für unterversorgte Gruppen zu verbessern.
Methodisch verbindet das Projekt Ansätze aus Politischer Soziologie, Science and Technology Studies und interdisziplinärer Migrationsforschung. Praxistheoretische und feministische Perspektiven ermöglichen dabei eine kritische Analyse von Machtverhältnissen sowie geschlechtsspezifischen und weiteren sozialen Dimensionen von Ein- und Ausschluss. Qualitative Methoden wie Dokumentenanalysen, Interviews, Fokusgruppen und ethnografische Beobachtungen kommen entlang aller relevanten institutionellen Kontexte zum Einsatz. Betroffene Akteur*innen werden aktiv an der Konzeption, Umsetzung und Reflexion der Forschung beteiligt.
Ziel des Projekts ist es, die Zugänglichkeit und Qualität digitaler Dienstleistungen für unterversorgte und marginalisierte Gruppen auf systematische Diskriminierung zu untersuchen und zu verbessern. Migrant*innen, Geflüchtete und Praktiker*innen sollen aktiv in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Forschung werden mit konkreten Lösungsansätzen für Deutschland und die EU verbunden. So soll eine evidenzbasierte Weiterentwicklung von politischen Entscheidungsprozessen in der deutschen und europäischen Migrations- und Asylpolitik gefördert werden.
Das Projekt wird von der VolkswagenStiftung finanziert.
Das Projekt TechMig wird in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Center for Critical Computational Studies (C3S) durchgeführt.
Bei Interesse oder Fragen an diesem Programm können Sie sich per E-Mail an majdi.laktinah@rescue.org wenden.