• 4,8 Millionen Menschen in Somalia sind bereits jetzt auf humanitäre Hilfe angewiesen

  • Kenia: 80–82 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Ende 2026 anhält

  • Uganda: mehr als 413.000 Menschen waren beim letzten El-Niño-Zyklus betroffen

  • Bangladesch: mindestens 15 Rohingya-Geflüchtete durch Erdrutsche und Überschwemmung getötet, über 10.000 Menschen vertrieben seit Anfang Juli

Ein sich verstärkendes El-Niño-Wettermuster droht in den kommenden Monaten schwere Überschwemmungen, Krankheitsausbrüche, Hitzewellen und Dürren in Ostafrika und Asien auszulösen, warnt International Rescue Committee (IRC). Zu den am stärksten betroffenen Ländern zählen Kenia, Uganda, Somalia, Bangladesch, Pakistan und Afghanistan.

„Klimaextreme treffen Menschen in Konfliktkontexten am härtesten – und der Staat kann sie oft nicht auffangen. Hilfe kommt häufig erst, wenn Leben, Häuser und Existenzgrundlagen bereits verloren sind. Vorausschauend zu handeln kostet weniger als jede Nothilfe danach – und mindert die Gefahr einer Region in ihrer Entwicklung zurückzufallen", sagt Simon Merschroth, Referent für Klima- und Entwicklungsfinanzierung in fragilen Kontexten bei IRC Deutschland. „Deutschland muss deshalb langfristig und flexibel finanzieren: zugänglich für Nichtregierungsorganisationen, ausgerichtet auf Frühwarnung und Bargeldhilfe dort, wo das Risiko am größten ist – nicht festgelegt auf einzelne Länder oder Regionen. Und: Diese vorab vereinbarte Finanzierung muss auch in Konfliktkontexten greifen." 

Ostafrika

Asien

Deutschland hat sich dazu verpflichtet, 5 Prozent seiner humanitären Hilfe in vorausschauende humanitäre Hilfe zu investieren. IRC fordert Geldgeber*innen und Regierungen auf, jetzt mehr vorausschauende Maßnahmen in Ostafrika und Asien zu finanzieren statt auf den Ausbruch der Katastrophe zu warten. Frühzeitige Finanzierung würde es IRC und Partnerorganisationen ermöglichen, betroffene Familien mit Bargeldhilfen, sauberem Wasser und Frühwarnungen zu erreichen, bevor die schlimmsten Auswirkungen eintreten.
 

El Niño 

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich die Wasseroberflächentemperaturen im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmen und dadurch weltweit Wettermuster verändern, mit Folgen wie Dürren in manchen Regionen und heftigen Regenfällen und Überschwemmungen in anderen. Für 2026 gehen Prognosen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) von einer über 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass sich El Niño insbesondere während der Regenzeit von Oktober bis Dezember deutlich verstärkt und ein ähnlich hohes oder höheres Ausmaß erreichen könnte wie frühere schwere Ereignisse