Das Exilmuseum und International Rescue Committee (IRC) Deutschland werden gemeinsam neue Bildungsangebote für Schulen deutschlandweit entwickeln – mit dem Ziel, historische und gegenwärtige Perspektiven auf Exil und Flucht stärker in der Bildungsarbeit zu verankern.  

Die Kooperation verbindet somit zwei sich ergänzende Perspektiven: Das Exilmuseum macht die Geschichte des Exils zur Zeit des Nationalsozialismus und ihre Folgen sichtbar. IRC Deutschland bringt internationale Expertise in der Unterstützung von Menschen, die von Krieg, Krisen und Klimaschocks betroffen sind, sowie die Erfahrung in der Entwicklung innovativer Bildungsprogramme. Gemeinsam entsteht ein Bildungsansatz, der Geschichte als Ausgangspunkt nimmt, um sich mit den Herausforderungen der Gegenwart auseinanderzusetzen – und insbesondere junge Menschen für Demokratie und Menschenrechte sensibilisiert. 

Geplant sind unter anderem gemeinsame Bildungsangebote für Schulklassen, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und die Entwicklung neuer didaktischer Materialien. Die Partnerschaft unterstreicht das gemeinsame Verständnis beider Organisationen, dass Bildung ein zentraler Schlüssel für eine offene und demokratische Gesellschaft ist. 

Lena Görgen, Landesvertreterin von IRC Deutschland, kommentiert: „Bildung ist die wirksamste Investition in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft – gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit. Wer die Geschichte kennt, versteht die Gegenwart besser. Sie zu verstehen hilft uns, Haltung zu entwickeln. Unser IRC-Projekt Healing Classrooms zeigt, wie das konkret aussieht: Wir unterstützen Lehrkräfte dabei, Kindern in Krisensituationen Stabilität und Lernfähigkeit zurückzugeben. Denn wer Flucht, Stress oder Unsicherheit erlebt hat, braucht vor allem Sicherheit und verlässliche Beziehungen, um lernen zu können. Mit dieser Partnerschaft wollen wir noch mehr Räume schaffen, in denen genau das passiert." 

Ruth Ur, Direktorin des Exilmuseums ergänzt:  „Exil ist immer mit mindestens zwei Ländern verbunden, diese internationale Perspektive prägt unsere Arbeit. Bildung ist dabei ein zentraler Bestandteil und wird auch im künftigen Exilmuseum eine Schlüsselrolle spielen. Umso mehr freue ich mich, mit IRC eine international renommierte Organisation als Partner unserer Bildungsarbeit gewonnen zu haben.“ 

 

Exilmuseum 

Die Stiftung Exilmuseum arbeitet an der Realisierung des Exilmuseums in der Berliner Fasanenstraße. Dort entsteht ein internationaler Ort mit historischen Ausstellungen, zeitgenössischen Interventionen und einem vielfältigen Programm für Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen. Das Exilmuseum ist eine bürgerschaftliche Initiative und steht unter der Schirmherrschaft von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Bundespräsident a. D. Joachim Gauck.