2.536 Fälle und über 1.000 Todesfälle wurden vom Gesundheitsministerium der DR Kongo bis zum 21. Juli bestätigt.
Die Fallsterblichkeitsrate liegt in Nord-Kivu bei 56 Prozent, in Beni, Grand Nord Kivu, sogar bei bis zu 68 Prozent – gegenüber durchschnittlich 39,9 Prozent in der benachbarten Provinz Ituri.
Bereits die vierte Woche in Folge werden mehr als 300 neue Ebola-Fälle gemeldet.
Es ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch seit der Epidemie 2013–2016 in Westafrika. Für die aktuelle Variante (Bundibugyo) gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.
Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, 23. Juli 2026 — Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung. Menschen, die sich im nördlichen Teil der Provinz Nord-Kivu – bekannt als Grand Nord Kivu – mit dem Virus infizieren, sterben fast doppelt so häufig wie Betroffene in anderen Teilen des Ausbruchsgebiets, warnt International Rescue Committee (IRC).
Zwar liegen die Fallzahlen dort niedriger als in der Provinz Ituri, wo sich die meisten bestätigten Fälle konzentrieren. Die erhöhte Sterblichkeitsrate weist jedoch auf ein tieferliegendes Problem hin: Anhaltende Konflikte, schwache Überwachung und Misstrauen in den Gemeinden verhindern, dass viele Betroffene überhaupt Gesundheitseinrichtungen erreichen. Wer es dorthin schafft, trifft auf überfüllte Zentren mit unzureichender Versorgung. So kann sich das Virus in den Gemeinden weiter ausbreiten – mit steigenden Infektions- und Todeszahlen als Folge.
„Wir haben in dieser Region bereits zuvor auf Ebola reagiert und können auf diese Erfahrung zurückgreifen, um unser Netzwerk zu mobilisieren und Zugang für die Bevölkerung sowie für humanitäre Organisationen auszuhandeln", sagt Alice Ribes, IRC-Leiterin des Ebola-Einsatzteams, die gerade aus Beni in Grand Nord Kivu zurückgekehrt ist. „Doch Vertrauen und Zugang allein reichen nicht aus: Wir brauchen die Finanzierung, um wirklich hochskalieren zu können."
Wiederholte und andauernde Krisen – von früheren Ebola-Ausbrüchen bis zu anhaltender Ernährungsunsicherheit, Vertreibung und Konflikt – haben die Gemeinden in und um Beni und Butembo in Grand Nord Kivu erschöpft und zunehmend misstrauisch gegenüber Gesundheitspersonal und Versorgungsangeboten gemacht. Die unsichere Lage verschärft das Problem zusätzlich und erschwert den Zugang zu medizinischer Versorgung erheblich.
Infolgedessen sterben die meisten Ebola-Patient*innen in den Gemeinden und nicht in Ebola-Behandlungseinrichtungen. Traditionelle Bestattungen finden häufig statt, ohne dass Sicherheitsvorkehrungen gegen die weitere Ausbreitung der Krankheit eingehalten werden. Dabei ist genau das entscheidend, um Übertragungen zu stoppen – etwa, dass niemand den Leichnam berührt. Die Kontaktnachverfolgung zeigt, dass viele Neuinfektionen auf Beerdigungen zurückgehen, bei denen Angehörige und Freund*innen den Leichnam berühren. Das Risiko ist besonders hoch, da ein Leichnam nach dem Tod ansteckender ist als zu Lebzeiten.
Für Menschen, die eine Behandlung erreichen, ist das System stark überlastet: Die Ebola-Behandlungszentren und Isolierstationen in Nord-Kivu arbeiten mit einer Auslastung von 128 Prozent – es gibt mehr Patient*innen als verfügbare Betten.
IRC in der DR Kongo
IRC ist mittlerweile mit einer reduzierten Präsenz in Beni vertreten, nachdem die Aktivitäten seit dem letzten Ebola-Einsatz in der Region zurückgefahren wurden. Dennoch bestehen weiterhin enge Beziehungen und großes Vertrauen bei Gemeinden und Behörden in Grand Nord Kivu.
IRC unterstützt Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen in Hochrisikogebieten. Dazu zählen die Stärkung von Infektionsprävention und -kontrolle, Überwachung, Einbindung der Gemeinden sowie Unterstützung für Gesundheitspersonal vor Ort – mit dem Ziel, den Ausbruch einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.