Heute vor zehn Jahren nahm International Rescue Committee (IRC) Deutschland die Arbeit auf. Was 2016 als Antwort auf die Ankunft geflüchteter Menschen in Deutschland begann, ist heute ein breites Engagement, getragen von privaten und zivilgesellschaftlichen Geber*innen sowie deutschen Regierungsmitteln: Im Inland arbeitet IRC Deutschland bundesweit mit 34 Partnerorganisationen zusammen und unterstützt geflüchtete Menschen in den Bereichen Bildung, Schutz, Rechtsberatung, Beruf und Orientierung sowie Partizipation. Im Ausland setzt IRC mit Unterstützung des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit um – in Krisenkontexten wie Sudan, Ukraine und Syrien.

Die Arbeit in Deutschland baut auf über 90 Jahren humanitärer Erfahrung von IRC weltweit auf – heute aktiv in über 40 Ländern und mit jährlich mehr als 20 Millionen erreichten Menschen. Allein im vergangenen Jahr haben sich mehr als 5.100 Menschen neu für IRC-Programme in Deutschland angemeldet. Auch in der Zukunft wird IRC Deutschland daran arbeiten, bewährte Lösungen in nachhaltige Veränderungen zu übersetzen: Partnerschaften stärken, Chancen erweitern und Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleiten.

Lena Görgen, IRC Deutschland Landesvertreterin, sagt: „Unsere Wurzeln reichen über 90 Jahre zurück, bis zur Gründung auf Initiative von Albert Einstein im Jahr 1933. Sie erinnern uns daran, dass Flucht keine neue Herausforderung ist, sondern eine wiederkehrende menschliche Realität – und dass die entscheidende Frage dieselbe bleibt: Wer steht an der Seite derer, die fliehen müssen? Nach zehn Jahren in Deutschland ist unsere Antwort eindeutig, heute und morgen. Denn Unterstützung endet nicht an Grenzen, sondern setzt sich dort fort, wo Menschen neu ankommen. Genau hier setzte IRC Deutschland 2016 an.

Heute begleiten wir geflüchtete Menschen in Deutschland zurück in ein selbstbestimmtes Leben – von der Schule bis zur Arbeitsmarktintegration, von der rechtlichen Beratung bis zur politischen Arbeit für bessere Rahmenbedingungen. Gleichzeitig leisten wir humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit in den Ländern, in denen die menschliche Not besonders groß ist, wie Sudan, Gaza und Niger.

Während wir unser Jubiläum begehen, werden öffentliche Mittel für Auslandshilfe und Integrationsförderung gekürzt und die Debatte über Geflüchtete restriktiver statt menschlicher. Das macht verlässliche Unterstützung umso wichtiger.

Das Ziel für die kommenden zehn Jahre ist konkret: ein System, das den Erfolg der geleisteten Unterstützung nicht daran misst, wie viele Krisen wie kostengünstig bewältigt wurden – sondern daran, wie viele Menschen ihre Würde und echte Kontrolle über ihre Zukunft zurückgewonnen haben.”