Was ist die Münchner Sicherheitskonferenz?

Die Münchner Sicherheitskonferenz, auch bekannt als Munich Security Conference (MSC), ist ein weltweit anerkanntes internationales Forum für Sicherheits- und Außenpolitik. Die 1963 gegründete Konferenz bietet eine Plattform für Reden, Diskussionsforen und nicht-öffentliche Gespräche, auf dem hochrangige Expert*innen und Politiker*innen über sicherheitspolitische Fragen sowie aktuelle weltpolitische Brennpunkte diskutieren. 

Das ist ein gefährlicher Weg. Eine Außenpolitik, die nur auf Macht und der Verfolgung eigennütziger Interessen basiert und Werte außer Acht lässt, würde uns in die falsche Richtung führen. Die entscheidende Frage lautet: Wie kann Europa dazu beitragen, die derzeit stark unter Druck stehende regelbasierte internationale Ordnung wiederherzustellen? Das werden wir auf der diesjährigen MSC diskutieren. - Wolfgang Ischinger, Vorsitzender MSC

Von kriegsbedingten oder logistischen Ausnahmen abgesehen, hat das Forum seit seiner Gründung jedes Jahr stattgefunden. 2025 übernahm Wolfgang Ischinger, ehemaliger Staatssekretär im Auswärtigen Amt, den Posten des Vorsitzenden der MSC. Er hatte das Amt bereits von 2008 bis 2022 inne. Ursprünglich sollte der ehemalige NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg das Amt des MSC-Vorsitzenden übernehmen. Aufgrund seines Amtsantritts als Finanzminister Norwegens im Februar 2025 lässt er das Amt jedoch zunächst ruhen.

Wolfgang Ischinger bei der MSC in Berlin im Dezember 2025
Diplomat Wolfgang Ischinger, aktueller Vorsitzender der MSC und ehemaliger Staatssekretär im Auswärtigen Amt sowie Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in Washington, D.C. und London. Er ist außerdem Präsident der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz.
Foto: MSC/Kuhlmann

Wann und wo findet die MSC 2026 statt?

Die Veranstaltung findet 2026 vom 13. bis 15. Februar im Hotel Bayerischer Hof in München statt.

Was wird auf der MSC 2026 geschehen?

Die Notwendigkeit dieser jährlichen Konferenz hat sich im Laufe ihrer 62-jährigen Geschichte immer wieder bestätigt. Die Konferenz bietet Außen- und Sicherheitspolitiker*innen die Möglichkeit, direkt und effektiv miteinander sowie mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. 

Das dreitägige Programm aus Reden, Panel-Diskussionen, Side Events und bilateralen Gesprächen zu den Themen Außen- und Sicherheitspolitik bietet ein Höchstmaß an Interaktion und Networking, in einer umsichtig geplanten Mischung aus öffentlichen und vertraulichen Formaten.  

Wer nimmt an der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 teil?

Das Publikum erstreckt sich über Vertreter*innen aus Politik, Militär, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und sonstigen Expert*innen für sicherheitsrelevante Themen. Es werden mehr als 1.000 Teilnehmer*innen aus über 115 Ländern erwartet, darunter rund 60 Staats- und Regierungschef*innen sowie über 50 Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen. Auch eine große Delegation der deutschen Bundesregierung unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz wird teilnehmen, sowie eine US-amerikanische Delegation unter Außenminister Marco Rubio.

Welche Themen stehen bei der diesjährigen MSC im Fokus?

Auch in diesem Jahr steht die MSC vor besonders anspruchsvollen Themen: Die seit gut einem Jahr amtierende US‑Regierung stellt die Zukunft der NATO wiederholt zur Diskussion, die EU ringt angesichts zahlreicher globaler Krisen um eine gemeinsame sicherheitspolitische Linie, und in Deutschland wird weiterhin über die eigene Rolle in Europa und der Welt debattiert. 

Hier die zentralen Themen auf einen Blick:

Der Munich Security Report 2026 stellt eine Weltordnung fest, die von wachsender globaler Unsicherheit, tiefgreifenden internationalen Spannungen und sinkendem Vertrauen in demokratische Institutionen geprägt ist. Regierungen, die an der internationalen Ordnung festhalten wollen, müssen stärker zusammenarbeiten, Vertrauen erneuern und internationale Normen aktiv verteidigen.

Was macht IRC bei der MSC? 

Angesichts der ansteigenden und zum Teil multiplen Krisen in der Welt, will IRC einen Weckruf an führende Politiker*innen und politische Entscheidungsträger*innen senden und konkrete Handlungsschritte aufzeigen. 

Die jährliche IRC-Emergency Watchlist benennt zwanzig Länder, in denen sich humanitäre Krisen im kommenden Jahr voraussichtlich am stärksten verschlechtern werden. Für das Jahr 2026 zeigt sich eine Welt, die zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät: 20 Länder, in denen nur elf Prozent der Weltbevölkerung leben, sind auf 82 Prozent der globalen humanitären Hilfe angewiesen.

Die Watchlist 2026 dokumentiert traurige Negativrekorde: Sudan ist zum dritten Mal in Folge die weltweit größte humanitäre Krise. Die Menschen im besetzten palästinensischen Gebiet leben seit über zwei Jahren mit einer zerstörten Gesundheitsinfrastruktur ohne medizinische Versorgung. Südsudan steht mit mehr als einer Million Geflüchteter aus Sudan und einer kollabierenden Wirtschaft auf Platz drei. Syrien befindet sich seit nunmehr 15 Jahren in einer humanitären Krise und die erneut eskalierende Gewalt in Aleppo bringt die Zivilbevölkerung abermals in Lebensgefahr. Viele sehen sich erneut mit Vertreibung, Unsicherheit und Ungewissheit konfrontiert.

Bei der MSC 2026 wird IRC für eine regelbasierte und multilaterale Weltordnung, die universelle Gültigkeit der Menschenrechte und das Recht auf Asyl einstehen. 

Erfahre, welche drei Entwicklungen dieses neue System prägen und die Krisen verschärfen.

Was sind unsere Ziele für die MSC?

Das grundlegende Ziel deutscher Außenpolitik muss sein, humanitäre Not zu lindern und möglichst zu vermeiden und die Menschen zu befähigen, ihre Bedürfnisse aus eigener Kraft zu befriedigen. Humanitäre Hilfe muss daher eng mit entwicklungspolitischen und friedensfördernden Maßnahmen abgestimmt werden, um die langfristige Stabilität in fragilen Staaten zu fördern. 

Dabei braucht es eine entschlossene Diplomatie, die sowohl konfliktpräventiv als auch konfliktlösend wirkt. Voraussetzung dafür ist, dass die proaktive Verteidigung des humanitären Völkerrechts das Leitprinzip einer wertebasierten Außenpolitik ist.  

Welche Forderungen stellt IRC zur Münchner Sicherheitskonferenz 2026?

1. Diplomatische Friedensinitiativen

Gemeinsam mit der EU sollte Deutschland eine führende Rolle in diplomatischen Friedensinitiativen übernehmen und diese mit neuen einflussreichen Regionalmächten abstimmen. Um internationale Normen zu stärken, sollte die Bundesregierung gemeinsam mit willigen und einflussreichen Staaten den Schutz der Zivilbevölkerung verankern und verhindern, dass Konfliktparteien sich nur auf den für sie günstigsten Prozess einlassen.

2. Einhaltung des humanitären Völkerrechts und Stärkung humanitärer Diplomatie

Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dürfen nicht straflos bleiben. Bei Risiken für Verletzungen des humanitären Völkerrechts sollte Deutschland Waffenexporte aussetzen. Die Bundesregierung sollte ihre humanitäre Diplomatie stärken, indem sie sicherstellt, dass humanitäre Ziele systematisch auch in Sicherheits- und Außenpolitik integriert werden und humanitäre Hilfe nicht politisiert wird. Gemeinsam mit den EU-Staaten sollte die Bundesregierung Friedensinitiativen voranbringen. 

3. Klimaresilienz und Klimafinanzierung

Die Bundesregierung sollte ihre Klimafinanzierung erhöhen und sicherstellen, dass ein bedeutender Teil in fragile und konfliktbetroffene Staaten fließt, die am stärksten gefährdet, aber am wenigsten unterstützt werden. Zudem sollten diese Länder bei der Entwicklung und Umsetzung nationaler Anpassungspläne unterstützt werden. Vorausschauende humanitäre Maßnahmen, wie z. B. Frühwarnsysteme und präventive Hilfe, müssen in Krisenkontexten systematisch verankert werden.

4. Entwicklungsfinanzierung für Krisenregionen

Öffentliche Entwicklungsfinanzierung, einschließlich humanitärer Mittel, müssen priorisiert in fragile und konfliktbetroffene Staaten fließen. Dabei sollen bewährte, wirkungsstarke Ansätze wie Bargeldhilfen, präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie Partnerschaften mit lokalen Organisationen finanziell gestärkt werden.

5. Sichere, faire und effiziente Aufnahmewege aufrecht halten

Deutschland spielt eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung des Rechts auf Asyl und der Verhinderung von menschenrechtswidrigen Rückführungen in unsichere Drittstaaten. Regionale Ansätze wie die 2024 verabschiedete Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems müssen fair und effizient umgesetzt werden, um Schutz und Ordnung zu gewährleisten. Nur so werden die Rechte der Genfer Flüchtlingskonvention eingelöst.

Erfahre mehr in unserem Forderungskatalog an die Bundesregierung.