Zeleke Bacha, IRC-Landesdirektor für West-Sudan sagt:

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Sudan ist die Grenzschließung zu Tschad für die sudanesische Bevölkerung äußerst besorgniserregend. Menschen fliehen vor unvorstellbarer Gewalt und suchen Sicherheit. Für viele war die Grenzüberquerung nach Tschad überlebenswichtig. Wird dieser Zugang eingeschränkt, besteht die akute Gefahr, dass Menschen nun unter gefährlichen Bedingungen mit begrenzten Nahrungsmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung festsitzen. Die Sperrung eines sicheren Fluchtweges setzt die Bevölkerung zusätzlichen Risiken aus und verschärft die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage.

Darüber hinaus schränkt die Grenzschließung humanitäre Hilfe und kommerzielle Lieferungen nach Darfur ein und schneidet die sudanesische Bevölkerung weiter von lebenswichtiger Versorgung ab. IRC fordert die tschadischen Behörden nachdrücklich auf, Maßnahmen zum Schutz ihres Territoriums zu erwägen, die gleichzeitig einen sicheren Durchgang für Zivilist*innen gewährleisten. Außerdem fordert IRC alle Konfliktparteien in Sudan auf, von Angriffen auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur abzusehen. Die Sicherheit der Zivilbevölkerung und Zugang zu humanitärer Hilfe sind unabdingbar.