COP28: Gefährdete Länder brauchen jetzt Klimamaßnahmen

  • IRC fordert die Staats- und Regierungschef*innen der Welt auf, auf der COP28 die Länder zu unterstützen, die sowohl von Konflikten als auch vom Klimawandel betroffen sind.
  • Klima- und konfliktbetroffene Länder machen nur 10 Prozent der Weltbevölkerung aus, sind aber für 60 Prozent des weltweiten Bedarfs an humanitärer Hilfe der Welt verantwortlich.
  • Trotz des hohen Bedarfs erhalten diese Gemeinden nur ein Drittel der Klimafinanzierung, die für Länder ohne Konflikte vorgesehen ist.
  • Die Messlatte für einen Erfolg der COP 28 liegt darin, ob sie sich zu einem neuen Kapitel des Klimaschutzes verpflichten kann – mit Verantwortung gegenüber jenen, die bisher am wenigsten priorisiert wurden, aber zugleich am meisten gefährdet sind.
Lies unsere Pressemitteilung vom 11. Januar

Was du wissen musst

Der Klimawandel ist kein Problem, dessen Lösung wir künftigen Generationen überlassen können. Die katastrophalen Folgen des Klimawandels treffen schon jetzt gefährdete Gemeinden auf der ganzen Welt. Immer häufiger auftretende Naturkatastrophen und Wetterextreme zerstören Lebensgrundlagen, verschärfen Konflikte und vertreiben Menschen aus ihren Häusern. 

Was ist Klimawandel?

Unter Klimawandel versteht man die Erwärmung der Erde um mehr als 1 Grad Celsius seit Ende des 19. Jahrhunderts. Es gibt überwältigende Beweise dafür, dass diese Erwärmung durch menschliche Aktivitäten verursacht wird, insbesondere durch die zunehmende Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl, die Treibhausgase in die Atmosphäre abgeben. 

Die Temperatur der Erde könnte im nächsten Jahrhundert um bis zu 10 Grad Celsius steigen, warnen die Wissenschaftler des Weltklimarates (IPCC).

Was sind die Auswirkungen des Klimawandels?

Die globale Erwärmung führt dazu, dass extreme Wetterereignissen wie Hitzewellen, Dürreperioden, Überschwemmungen und Wirbelstürme häufiger und intensiver werden. Regen- und Trockenzeiten können unberechenbarer werden, Ackerland kann sich in Wüste verwandeln und der steigende Meeresspiegel kann Gemeinden überfluten. 

Der Klimawandel verursacht Krisen, die die Ernährungssicherheit beeinträchtigen, Familien vertreiben, Lebensgrundlagen zerstören, Krankheiten verbreiten und Menschenleben fordern. Ohne sofortige und konzertierte Maßnahmen könnte der Klimawandel bis 2050 weltweit über 200 Millionen Menschen vertreiben. 

Erfahre mehr in unserem Explainer zum Klimawandel

Wer ist am meisten vom Klimawandel betroffen?

Der Klimawandel hat die größten Auswirkungen auf Menschen, die bereits in einer Krise leben. Die durch den Klimawandel verursachten extremen Wetterereignisse verschärfen sich mit bestehenden Konflikten oder anderen humanitären Notsituationen und machen das Leben für die Menschen in den von der Krise betroffenen Gemeinden noch schwieriger. 

Zum Beispiel, während in Afghanistan weiterhin jahrzehntelange Konflikte und wirtschaftliche Turbulenzen anhalten, sind über eine Million Menschen aufgrund von Naturkatastrophen auf der Flucht. Und wann immer eine Krise auftritt, sind Frauen und Mädchen unverhältnismäßig stark betroffen: Klimakrisen sind da keine Ausnahme. 

Erfahre mehr über 10 Länder, denen eine Klimakatastrophe droht

Wie hilft IRC?

IRC hilft den Gemeinden, auf den Klimawandel zu reagieren, indem es Klimagefahren kartiert und Frühwarnsysteme entwickelt, lokale Bemühungen zur Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und zum Schutz von Wasser unterstützt und die Menschen in nachhaltiger Lebensweise schult. Bei all dieser Arbeit stellen wir die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt unserer Programme. 

Wir arbeiten auch mit anderen Organisationen zusammen, um für politische Veränderungen einzutreten um die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen mit der geringsten Macht und den wenigsten Ressourcen zu mindern. IRC fordert die Staats- und Regierungschef*innen der Welt auf, ihre Zusage einzuhalten, jährlich 100 Milliarden Dollar für die Klimafinanzierung bereitzustellen. Fünfzig Prozent dieser Mittel sollten dafür verwendet werden, Ländern in fragilen Situationen zu helfen, ihre Klimaresilienz zu erhöhen und sich an die sich verändernde Umwelt anzupassen. 

Darüber hinaus hat der ehrgeizige IRC-Klimaaktionsplan uns auf den Weg gebracht, unsere Arbeitsweise zu ändern, um unseren eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern. Wir haben uns außerdem verpflichtet netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 zu erreichen.

Wie kann ich dazu beitragen, dem Klimawandel entgegenzuwirken?

Fordere deine gewählten Vertreter*innen auf, sich für die Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verpflichten und dabei an die Menschen in den ärmsten Ländern zu denken, die unverhältnismäßig stark davon betroffen sind. Viele Menschen in diesen Ländern werden aus ihren Häusern und Feldern vertrieben, und weite Regionen sehen sich aufgrund des Klimawandels mit Hungersnöten konfrontiert. Die Klimakrise kann auch bedeuten, dass das Risiko eines bewaffneten Konflikts um Ressourcen steigt. 

Die führenden Politiker*innen müssen mehr tun und schneller arbeiten, um die Klimaziele ihrer Länder zu erreichen, den Kohlenstoffausstoß zu verringern und im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens zur Wiederherstellung der Natur beizutragen.