Libanon: Was gerade passiert und wie du helfen kannst
Die eskalierende Gewalt in Libanon vertreibt hunderttausende Menschen aus ihren Häusern.
Die eskalierende Gewalt in Libanon vertreibt hunderttausende Menschen aus ihren Häusern.
Libanon wurde von der rapide eskalierenden Gewalt im Nahen Osten erfasst. Nach militärischen Eskalationen in weiten Teilen des Nahen Ostens haben sich die Feindseligkeiten zwischen der Hisbollah und Israel am 1. März massiv verschärft.
Die Zivilbevölkerung trägt die Hauptlast dieser Eskalation. Mehr als 700.000 Menschen, darunter etwa 200.000 Kinder, wurden bereits vertrieben. Die Lage vor Ort verschärft sich von Tag zu Tag.
International Rescue Committee (IRC) leistet seit 2012 humanitäre Hilfe in Libanon und reagiert auf die jüngste Eskalation der Gewalt.
Hier erfährst du, was gerade in Libanon passiert und wie du helfen kannst.
Luftangriffe haben den Süden Libanons, das Bekaa-Tal und die Region Beirut-Mount getroffen. Für über 100 Dörfer wurden Evakuierungsbefehle erteilt. Zehntausende Familien mussten innerhalb kürzester Zeit fliehen.
Nach Angaben libanesischer Behörden wurden bis zum 8. März mehr als 400 Menschen getötet, darunter 83 Kinder. Über 1.100 Menschen wurden durch Luftangriffe verletzt.
Dieser jüngste Gewaltausbruch markiert die schwerste Verschlechterung der Sicherheitslage seit dem Waffenstillstandsabkommen vom November 2024 und bringt das bereits überlastete humanitäre System an seine Grenzen.
Hunderte Schulen und öffentliche Gebäude wurden zu Notunterkünften umfunktioniert. Gleichzeitig schlafen Familien in Autos am Straßenrand oder drängen sich bei Verwandten in kleinen Wohnungen.
Unter den neu Vertriebenen sind syrische Geflüchtete, die bereits einmal vor dem Konflikt geflohen waren. In Libanon hatten sie sich ein neues Leben aufgebaut – nur um nun erneut zur Flucht gezwungen zu sein.
Die Menschen in ganz Libanon sind von Angst erfasst, die Gewalt breitet sich weiter aus. IRC fordert die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und ruft alle Parteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten und Zivilist*innen und zivile Infrastruktur zu schützen.
Die Libanesische Bevölkerung durchlebt seit mehreren Jahren eine sich verschärfende Krise. Diese hat das Land auf die IRC-Emergency Watchlist 2026 gebracht — eine Liste der Länder, in denen sich humanitäre Krisen voraussichtlich am stärksten verschlechtern werden.
Der wirtschaftliche Zusammenbruch, die Zerstörung der öffentlichen Infrastruktur und die Folgen der Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah haben Libanon extrem verwundbar gemacht. Zudem hat das Land die weltweit höchste Zahl an Gelüchteten pro Einwohner*innen aufgenommen – während die internationale Unterstützung zurückgeht.
Die jüngste Eskalation zwischen der Hisbollah und Israel verschärft die Krise weiter.
Libanon steht vor einem der schwersten wirtschaftlichen Zusammenbrüche der modernen Geschichte. Die libanesische Währung, die Lira, verlor zwischen 2023 und Anfang 2024 über 98 Prozent ihres Wertes. Das löste eine Hyperinflation aus und vernichtete die Ersparnisse vieler Familien.
Heute leben etwa 80 Prozent der Bevölkerung in Armut — ohne zuverlässigen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Strom und Bildung. Laut einer im Dezember 2025 durchgeführten IRC-Analyse hatten 81 Prozent der von Zwangsräumung bedrohten Haushalte bereits vor dieser jüngsten Eskalation Schulden aufgenommen, um ihre Grundkosten zu decken.
Vor der jüngsten Eskalation des Krieges im Nahen Osten waren etwa 4,1 Millionen Menschen in Libanon dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die israelischen Militäroperationen Ende 2024 beschädigten 67 Krankenhäuser und zwangen über 150 Gesundheitseinrichtungen zur Schließung. Tausende Menschen verloren den Zugang zu medizinischer Versorgung und lebenswichtige Unterstützung.
Libanon hat etwa 1,5 Millionen syrische Geflüchtete aufgenommen — die weltweit höchste Zahl an Geflüchteten pro Einwohner*innen. Die meisten von ihnen leben in extremer Armut und rechtlicher Unsicherheit. Viele sind bereits vor einem Konflikt geflohen und haben sich in Libanon ein neues Leben aufgebaut. Nun sind sie erneut auf der Flucht.
Bis zum 6. März hat die eskalierende Gewalt über 30.000 Menschen aus Libanon zur Flucht nach Syrien gezwungen.
Schon vor dieser jüngsten Eskalation der Gewalt war die humanitäre Hilfe in Libanon drastisch unterfinanziert. Der humanitäre Hilfsplan der UN für das letzte Jahr erhielt nur ein Drittel der erforderlichen Finanzmittel.
Mehr als 4,1 Millionen Menschen – über 70 Prozent der Bevölkerung in Libanon – waren bereits vor den Angriffen im März 2026 auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Humanitäre Organisationen benötigen dringend flexible Finanzmittel, um Notfallmaßnahmen auszuweiten, Gesundheits- und Schutzprogramme zu erweitern und geflüchtete Familien mit Bargeldhilfe und Hilfsgütern zu versorgen.
International Rescue Committee ist seit 2012 in Libanon tätig. 2025 unterstützte IRC mehr als 180.000 Menschen in Libanon mit Programmarbeit in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Schutz und Teilhabe.
Trotz der instabilen Sicherheitslage arbeiten IRC und lokale Partnerorganisationen daran, auf die dringenden Bedarfe der vertriebenen Familien zu reagieren und humanitäre Hilfe zu leisten. IRC konzentriert sich darauf, Betroffenen den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, psychologischer Betreuung, finanzieller Soforthilfe und Schutzmaßnahmen zu gewährleisten — besonders Kindern, Frauen und Überlebenden von Gewalt.
IRC beobachtet die Lage im Nahen Osten kontinuierlich, um Entwicklungen bei der Vertreibung und humanitären Bedarf zu erfassen. In anderen Teilen der Region – darunter Syrien, Jemen, Jordanien, Irak und das besetzte Palästinensische Gebiet – leisten IRC-Teams weiterhin humanitäre Hilfe. Dabei hat die Sicherheit von Mitarbeitenden und Klient*innen oberste Priorität.
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IRC leistet lebenswichtige Hilfe für Menschen in über 40 krisenbetroffenen Ländern – darunter auch Länder auf der Emergency Watchlist 2026.
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